{"id":134770,"date":"2010-01-04T05:53:26","date_gmt":"2010-01-04T10:53:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.skyscrapercity.com\/showthread.php?t=1037689"},"modified":"2010-01-04T05:53:26","modified_gmt":"2010-01-04T10:53:26","slug":"colmar-erweiterung-unterlindenmuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mereja.media\/index\/134770","title":{"rendered":"Colmar: Erweiterung Unterlindenmuseum"},"content":{"rendered":"<div>Herzog und de Meuron erweitern Unterlindenmuseum<\/p>\n<p>Eine nat\u00fcrliche L\u00f6sung: Das Basler Architektenduo Jacques Herzog und Pierre de Meuron hat den Wettbewerb um den Erweiterungsbau des Unterlindenmuseums in Colmar gewonnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/i181.photobucket.com\/albums\/x251\/face_photo_2007\/Elsass\/ColmarUnterlindenmuseum.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\nSo soll sie einmal aussehen, die Erweiterung des Unterlindenmuseums in Colmar. | Foto: \u00a9 Herzog &amp; de Meuron<\/p>\n<p>Am Freitag ist die Entscheidung gefallen, und nachdem die Stadt Colmar sie am sp\u00e4ten Vormittag \u00f6ffentlich gemacht hat, erscheint sie als quasi nat\u00fcrliche L\u00f6sung: Das Basler Architektenduo Jacques Herzog und Pierre de Meuron ist als Sieger aus dem Wettbewerb um den Erweiterungsbau des Unterlindenmuseum hervorgegangen. Archaisch, im Geiste des Museums im Klostergeb\u00e4ude und k\u00fchn zugleich wirkt ihr Entwurf: Eine unterirdische Passage soll das Dominikanerkloster aus dem 13. Jahrhundert, das zum Umbau bestimmte Jugendstilbad und einen Neubau aus Backstein verbinden. Dazwischen werden die beiden Architekten den bisher unter Asphalt verschwundenen Kanal wieder offen legen, einen versch\u00f6nerten Platz pr\u00e4sentieren und \u00fcber ein kleineres Geb\u00e4ude das gesamte Ensemble zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n<p>Die Vielfalt der Formen reicht von organisch weit ausgreifenden Linien in der unterirdischen Passage \u0096 unverkennbar Herzog und de Meuron \u0096 bis zum trutzig wirkenden Neubau mit seinen wandhohen schmalen Lichtschlitzen, der sich doch mit zur\u00fcckhaltender Eleganz als Gegenpart zum benachbarten Klosterkomplex in das Gesamtbild am Rande der pittoresken Altstadt einf\u00fcgt. Im Neubau nehmen Herzog\/de Meuron die Proportionen und das Volumen der Klosterkapelle auf. &quot;Das Unterlindenmuseum ist ein Juwel, es ging darum, die richtige Melodie zu finden&quot;, beschrieb Pierre de Meuron in Colmar gestern die Herausforderung. An dem Projekt beteiligt ist neben den Schweizern auch das Architektenb\u00fcro Delemazure aus Mulhouse. Guillaume Delemazure arbeitete bis vor zwei Jahren f\u00fcr Herzog\/de Meuron \u0096 und holte sie mit ins Boot f\u00fcr den Wettbewerb um den Neubau.<\/p>\n<p>Mit der Entscheidung f\u00fcr das Basler Architektenb\u00fcro nimmt die Stadt Colmar allerdings ein Kostenvolumen in Kauf, das die urspr\u00fcnglich angestrebten 21 Millionen Euro \u00fcberschreitet. Mindestens drei Millionen Euro muss die Stadt noch aufbringen, m\u00f6glichst durch private Sponsoren, wie sich Oberb\u00fcrgermeister Gilbert Meyer erhofft. 6,5 Millionen Euro hat Colmar f\u00fcr den Um- und Neubau selbst im Haushalt vorgesehen. Weitere knapp vier Millionen steuert die franz\u00f6sische Regierung als zweiter von insgesamt sechs Partnern zur Finanzierung bei. Meyer geh\u00f6rte selbst zwar nicht der Wettbewerbsjury an, erschien aber sichtlich so angetan vom Siegerentwurf, dass er alle finanziellen Bedenken von sich schob. Im ersten Jahresdrittel 2010 wird der franz\u00f6sische Staatsvertrag f\u00fcr die Zusch\u00fcsse an die Regionen und D\u00e9partements verhandelt. Zudem erhofft sich Meyer, dass sich am vorliegenden Entwurf hier und da noch feilen l\u00e4sst. Mit einem Baubeginn rechnet Pierre de Meuron fr\u00fchestens 2011.<\/p>\n<p>Pantxika de Paepe, der Leiterin des Unterlinden-Museums, sah man die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Seit Jahren wurde \u00fcber einen Erweiterungsbau geredet. Nun scheint die Aufhebung eines Missstandes in greifbare N\u00e4he ger\u00fcckt. 40 Prozent des Museumsbestandes konnten auf den rund 3500 Quadratmetern Fl\u00e4che des Klostergeb\u00e4udes nur in wechselnden Ausstellungen gezeigt werden. Schon lange waren die R\u00e4ume f\u00fcr die moderne Abteilung unzureichend. Untragbar f\u00fcr ein Haus, das mit 250 000 Besuchern j\u00e4hrlich und einem einzigartigen Bestand an Kunstwerken des Mittelalters und der Renaissance und seinem Glanzst\u00fcck, Matthias Gr\u00fcnewalds Isenheimer Altar, zu den bedeutendsten Oberrheinischen Museen z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der Auftrag f\u00fcr Herzog\/de Meuron umfasst eine Fl\u00e4che von 7800 Quadratmetern, was bedeutet, dass sie auch Teile des bisherigen Museums, das seit 1853 im ehemaligen Dominikanerkloster beheimatet ist, einer Renovierung unterziehen, vor allem die Kapelle mit dem Isenheimer Altar und den Kreuzgang. Unter dem von Fenstern durchbrochenen Gew\u00f6lbedach des Jugendstilbades \u00f6ffnet sich im Entwurf weit und luftig ein Ausstellungsraum \u00fcber drei Etagen. Hier sollen neben Bibliothek, Caf\u00e9teria und Office de Tourisme die Werke des 19. Jahrhunderts ihren Platz finden werden. Der Neubau geh\u00f6rt allein der Kunst des 20. Jahrhunderts, der Moderne, den Zeitgenossen und den Wechselausstellungen.<\/p>\n<p>Vor allem aber werden die beiden Architekten in der Enge der Fachwerkarchitektur, inmitten bestens restaurierter historischer K\u00fcnstlichkeit, wie sie in Colmar zu bestaunen ist, einen aufregenden Kontrapunkt setzen.<\/p>\n<p>Quelle: Badische Zeitung<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzog und de Meuron erweitern Unterlindenmuseum Eine nat\u00fcrliche L\u00f6sung: Das Basler Architektenduo Jacques Herzog und Pierre de Meuron hat den Wettbewerb um den Erweiterungsbau des Unterlindenmuseums in Colmar gewonnen. 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