{"id":169258,"date":"2010-01-12T06:52:22","date_gmt":"2010-01-12T11:52:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.skyscrapercity.com\/showthread.php?t=1043747"},"modified":"2010-01-12T06:52:22","modified_gmt":"2010-01-12T11:52:22","slug":"prophezeiungen-zukunftsperspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mereja.media\/index\/169258","title":{"rendered":"Prophezeiungen &#8211; Zukunftsperspektiven"},"content":{"rendered":"<div><b>Niall Fergusson ist wieder da.<\/b><\/p>\n<p>Euro und Dollar wackeln, die Staatsschuld explodiert, der Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord, China zieht \u00f6konomisch an Deutschland und Japan vorbei. Instinktiv sp\u00fcren die Menschen, dass die neue Dekade eine Dekade der gro\u00dfen Umbr\u00fcche sein wird.<\/p>\n<p>2010 wird eine Schuldenkrise \u00fcber uns hereinbrechen, sagt der Star-Historiker Niall Ferguson. Und das ist erst der Anfang. WELT ONLINE fragte den intimen Kenner der Wirtschaftsgeschichte, welche gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen sich Anleger und Steuerzahler in den n\u00e4chsten zehn Jahren einstellen m\u00fcssen.<br \/>\nKeiner w\u00e4re besser daf\u00fcr geeignet, den Blick in die Zukunft zu werfen als Ferguson. Der Harvard-Professor und Autor des Buchs \u0084Der Aufstieg des Geldes\u0093 ist Experte f\u00fcr \u0084virtuelle Geschichte\u0093, die Entwicklungsstr\u00e4nge des Weltgeschehens genau analysiert und weiterdenkt.<\/p>\n<p>Hier sind seine Prophezeiungen:<\/p>\n<p>Im Jahr 2020 erholt sich der Westen langsam von einer verlorenen Dekade. Die Zeit des niedrigen Wachstums, der hohen Arbeitslosigkeit und der Beinahe-Deflation gehen zu Ende. Doch das Erbe der Schuldenkrise von 2010 lastet weiterhin auf den Staaten. <\/p>\n<p>Politik und Wissenschaft debattieren immer noch dar\u00fcber, ob es besser gewesen w\u00e4re, wenn Deutschland damals die Defizite der PIGS-L\u00e4nder (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) geschultert h\u00e4tte. Vielleicht w\u00e4ren die Kosten geringer gewesen als die Stra\u00dfenschlachten, die im Sommer 2010 als Folge der schmerzhaften Sparhaushalte in Lissabon, Athen, Dublin und Madrid tobten.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union ist nicht auseinandergebrochen, aber sie expandiert auch nicht mehr \u0096 zum Leidwesen der Ukrainer, Serben und anderer. Eine weitere Zentralisierung der Macht hat nicht stattgefunden. Deutschland legt gegen jeden Versuch, den EU-Haushalt auszuweiten, sein Veto ein. Die T\u00fcrkei hat ihre Bewerbung um eine EU-Mitgliedschaft zur\u00fcckgezogen und sich stattdessen einer neo-osmanischen Konf\u00f6deration muslimischer Staaten im Nahen Osten und Zentralasien angeschlossen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2020 ist China nicht nur die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft in der Welt, sondern auch die zweitgr\u00f6\u00dfte Milit\u00e4r- und Seemacht auf dem Globus. Das Unbehagen \u00fcber das \u0084Imperium\u0093 des Landes in Afrika und Lateinamerika w\u00e4chst. In Peking sucht man Zeichen politischer Reformen vergebens. Vielmehr ist die Freiheit der Rede nach dem \u0084Taiwan-Zwischenfall\u0093 \u0096 wie die Chinesen die Annexion der Inselrepublik nennen \u0096 weiter eingeschr\u00e4nkt worden. Auch der nach dem Tod Kim Jong Il vollzogene Schwenk zu einer Ein-Korea-Politik hat zur Beschneidung der Meinungsfreiheit beigetragen.<\/p>\n<p>Chinas Weigerung, die Politik der USA gegen den Iran zu unterst\u00fctzen, hat die Beziehungen zwischen Washington und Peking schwer belastet. Vor allem die Verurteilung der israelischen Luftschl\u00e4ge auf iranische Atomanlagen war von schriller anti-amerikanischer Propaganda begleitet. Die Welt blickt verwundert zur\u00fcck auf den Erfolg der Revolution im Iran. Noch mehr aber hat sie sich gewundert \u00fcber die stillschweigende saudische Unterst\u00fctzung f\u00fcr Israels Vorgehen und die Eskalation der Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Nahen Osten.<\/p>\n<p>In den USA sind die vier Jahre Barack Obama nur noch eine ferne Erinnerung an eine kurze Episode. Pr\u00e4sident Michael Bloomberg bereitet sich auf den Ausklang seiner zweiten Amtszeit vor. Seine Wahlkampagne von 2012 mit dem Slogan \u0084Back to Business, America\u0093 ist vielen noch gut im Ged\u00e4chtnis. Bloomberg ist es gelungen, den US-Haushalt durch eine radikale Steuerreform in Kombination mit Subventionsk\u00fcrzungen auszugleichen. Die von ihm durchgesetzte Einf\u00fchrung einer Pauschaleinkommensteuer von 20 Prozent und einer bundesweiten Mehrwertsteuer hat die Arbeitslosenquote zur\u00fcck auf f\u00fcnf Prozent gedr\u00fcckt. <\/p>\n<p>Vizepr\u00e4sident McChrystal l\u00e4uft sich warm f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaftswahl 2020. Der \u0084Afghanistan-Krieger\u0093 hat die amerikanische Linke mit seiner Rede auf dem Parteitag der Republikaner 2012 \u00fcberrumpelt. Der Titel der Rede lautete \u0084So gewinnen wir den Kampf der Kulturen\u0093. Als McChrystal nach den Terroranschl\u00e4gen vom 11. September 2011 auf Chicago, Los Angeles und Houston die politische B\u00fchne mit seinem Ruf nach einer \u0084Gegenrevolte der Heimat\u0093 die politische B\u00fchne betrat, wurde klar, dass es Obamas schwerster Fehler gewesen war, McChrystal im Sommer 2010 gefeuert zu haben.<\/p>\n<p>Im Jahr 2020 haben Zeitungen ein Comeback erlebt. Ein von einem jungen Russen aus Kursk entwickelter Computervirus hat alle Daten auf Google-Servern vernichtet. Das hier Dargestellte, soviel sei betont, ist die optimistische Version der Zukunft.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article5808335\/So-sieht-Harvard-Professor-Ferguson-die-Zukunft.html\" >http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/article5&#8230;e-Zukunft.html<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niall Fergusson ist wieder da. Euro und Dollar wackeln, die Staatsschuld explodiert, der Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord, China zieht \u00f6konomisch an Deutschland und Japan vorbei. 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